Über uns

50 Jahre  Kneipp-Verein Rosenheim
Vom "Küpferling" bis zur Kneipp-Wasseranwendung in Rosenheim

Wer kennt sie nicht, die Küpferlingstraße in Rosenheim?
Aber wer kennt schon den geschichtlichen Hintergrund dieses Namens?

Vor fast 400 Jahren - genauer: 1615 - fiel dem damaligen Wund- und Schnittarzt Dr. Tobias Geiger um eine Quelle nahe der Schießstätte die rötlich-braune Färbung des Bodens sowie der eigenartige Geruch auf. Da das Weidevieh, das aus dieser Quelle trank, völlig gesund war, ließ Geiger die Quelle fassen und in sein Haus, Gut Haustätt (heute BGS-Offizierskasino), leiten. Hier verordnete er seinen Patienten Badekuren. Das sehr kupfer-, schwefel- und eisenhaltige Wasser wurde seiner Farbe wegen "Küpferlin" genannt.
 
Versuche, dieses Wasser auch für die Allgemeinheit zu nutzen, schlugen zunächst fehl. 1700 befasste sich der Magistrat von Rosenheim nach so mancher Heilung verschiedenster Gebrechen mit der Errichtung eines Bades, er hatte aber kein Geld dazu.
So wurde es dem Ratsherrn Wolf Jakob Ruedorffer erlaubt, auf seine Kosten ein Badhaus zu errichten. Dieses wurde 1724 bereits erweitert. In der Folgezeit wechselte es mehrfach den Besitzer.
 
Nach Inbetriebnahme der Saline Rosenheim 1810 wurden den Heilungssuchenden auch Sole- und Moorbäder verordnet.
1858 weilte König Max II. von Bayern in Rosenheim. Vielleicht war er von der Heilkraft der Rosenheimer Wasseranwendungen so angetan, dass er dem Deutschen Kaiser davon berichtete? Jedenfalls suchte Kaiser Wilhelm I. in den Jahren 1876 bis 1885 hier mehrfach Genesung von seinen Leiden, worauf 1882 erstmals der Name "Kaiserbad" auftauchte.
Nach einem erneuten Besitzerwechsel 1889 wurde Dr. med. Friedrich Berhuber ärztlicher Leiter des Kaiserbades.

 
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Berhuber gab 1887 seine Praxis in Türkenfeld auf, nachdem er sich im nahen Bad Wörishofen von der Wirksamkeit der Wasserkur des Pfarrers Sebastian Kneipp überzeugt hatte, und wurde dort Badearzt. Bis 1889 arbeitete er intensiv mit Kneipp zusammen. Als er die Leitung des Rosenheimer Kaiserbades übernahm, stellte er dieses auf die Kneipp'sche Heilmethode um und bot Kuren nach Kneipps Lehre an.
Als im Mai 1897 Thomas Gillitzer neben dem Hotel Deutscher Kaiser das Bismarkbad eröffnete, wurden auch dort Kneippsche Anwendungen angeboten. Im Band 8 der "Weiß-blauen Reihe" von Stefan Freundl heißt es dazu: "... Die erste Abteilung umfaßt die Anlage für Brausebäder und Douchen jeder Art, die Gelegenheit Kneipp'scher Wasserproceduren ist in ausgiebigstem Maße geboten. (Vollgüsse, Halbgüsse, Tretbäder, Kneipp'sche Douchen usw).

Das Kaiserbad wurde im 1. Weltkrieg als Lazarett benutzt. Ein Flügel wurde 1917 durch einen Brand zerstört. Nach dem Krieg war keine Basis mehr für eine Wiederaufnahme des Heilbades gegeben. Es wurde zur Unterkunft für bis zu 120 arme Menschen, verwahrloste mehr und mehr und wurde Ende der achtziger Jahre abgerissen. Heut steht nur noch das Portal am Rand des jetzigen Parkplatzes.

50 Jahre Kneipp-Verein Rosenheim - eine kleine Chronik
 
1952 Im Oktober wurde der Kneipp-Verein Rosenheim gegründet.
Im Oberbayrischen Volksblatt vom 09.10.1952 ist dazu zu lesen: "Stadtrat Anton Eberle zum 1.Vorsitzenden gewählt". 2. Vorsitzende wurde Herta Klepper.
 
1953 Der Kneipp-Verein Rosenheim gewann immer mehr an Boden.
Die ersten Vorträge im Winterhalbjahr waren gut besucht.
 
1959 Am 6. Mai wurde Anton Eberle wieder 1. Vorsitzender.
Er blieb es bis zu seinem Tod im Juni 1973. Sein Nachfolger wurde Heimo Hauch.
 
1976 Zum 1. Januar wurde Bernhard Bojanowski 1. Vorsitzender.
Er hat diesen Posten bis heute inne. Der Verein hatte damals 176 Mitglieder. 1976 Im Juli hielt Heimo Hauch einen Vortag über Atemtechnik
 
1977 Selbsterfahrungskurse von Dr. H. Schindler
 
1980 Gründung der Koronargruppe
 
1980 Am 14. Februar wurde der Kneipp-Verein Rosenheim erstmals als gemeinnütziger Verein im Vereinsregister des Amtsgerichts Rosenheim angemeldet.
 
1981, 1986 und 1989  Machte der Verein mit den Gesundheitstagen auf die Lehren Sebastian Kneipps aufmerksam
 
1995 Am 15. Juli wurde die Kneipp-Wassertretanlage im Riedergarten feierlich eingeweiht.
 
Heute gehören dem Kneipp-Verein Rosenheim ca. 400 Mitglieder an.
 
 © der historischen Bilder: Foto Grebmer, Kneipp-Bund e.V.